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Schutz

fis Guldimann, Trun, Wächter, Eisen auf Speckstein, 
30 cm, Masse frei wählbar



Die kleine Figur des Wächters, vor dem Fenster in  meinemRücken soll mich schützen, vor all dem, was ich selber nicht kommen sehe, weil es aus dem Rücken kommt.

Der grosse Kristall auf dem Milieutisch bündelt Energie und strahlt sie nach allen Richtungen aus, wie ene Schutzhülle.

Wozu brauchen wir Schutz? Wozu in der Einrichtung?

Häuser sind per se schützend. Sie schützen uns vor Wind und Wetter, vor Sonne und vor fremden Blicken. Wir brauchen diesen Schutz. Wir schützen unser Leben und unser psychisches Gleichgewicht damit. Wir schützen unsere Familien.

Soviel ist uns allen klar, denke ich.

Wir bewundern Menschen, die sich ganz allein, ohne Schutz, in die Antarktis begeben, in den Himalaja oder auf Seereise zu einer unbekannten Insel. Die meisten von uns mögen solche Abenteuer im Fernsehen anschauen. Toll, nicht wahr? Uns selber so aussetzen möchten wir nicht.

Sie haben sicher auch schon die schönen Inschriften im Giebelfeld der alten Holzhäuser gelesen, im Berneroberland. Und nicht nur dort.

Da baten die Hausbewohner um den Schutz des Herrgotts, in schönen Sprüchen, voll tiefem Sinn. Die Inschriften strahlen oft auch Demut aus.

Wir schützen uns nicht mehr, wir erbeten keinen Schutz fürs Haus oder für unsere Wohnung. Das kommt kaum jemandem in den Sinn.

Uns schützt die Haustüre oder die Wohnungstüre. Das reicht, meinen wir.

Wie ist es mit den Löwen in den Wappen, bei den Stadttoren, vor dem Arsenale in Venedig auch, was wollen die Fabelwesen vor den Türden der chinesichen Restaurants?
Sie sind alte Symbol der Kraft und des Schutzes.
Die Wächter an der Türe machen deutlich, dass hier nur eintreten darf, wer hier wohnt oder wer hier eingeladen ist.

Ich denke, es ist heute sinnvoll, uns wieder um Symbole des Schutzes für unsere Häuser, Wohnungen und Arbeitsplätze zu interessieren.

Was können sie denn bewirken?
Sie erinnern uns daran, aufmerksam zu sein für unsere eigene Kraft. Diese zu nähren, zu schätzen und zu schützen. Wir brauchen sie täglich. Eine Feng - Shui - Regel sagt, man solle den eigenen Rücken schützen, wenn man sich einer Aufgabe widme - beimKochen, beim Planen, beim Denken, beim Führen, und auch beim Ausruhen - denn so bleibe die eigene Kraft geschützt und gut erhalten.


Die Inschriften in den Giebeln zeugen von einem anderen Verständnis des Schutzes, den wir brauchen. Sie gehen davon aus, dass der Schutz für für uns von einer höheren Macht kommen muss, wir sind verletzlich, unsere Möglichkeiten, uns zu schützen, sind beschränkt.

Ich schätze es, zu wissen,dass ich für den Schutz meiner Lebenskraft etwas tun kann. Und ich weiss, dass ich verletzlich bin und der Schutz für mich uns meine Umgebung von einem anderen Ort kommt.

Zurück zum Schutz der eigenen Kraft und Konzentration: Wenn ich mit dem Rücken zur Türe oder zu einem Fenster sitze, gebe ich dem Kristall oder meinem Wächter auf dem Fenstersims den Auftrag, mich zu schützen, damit schütze ich mich selber.
Wenn ich mit dem Rücken zur Türe am Pult sitze oder meine Karotten rüste, höre ich die Glocke im Türrahmen klingen wenn jemand eintritt, oder ich habe vor mir einen spiegelnden Gegenstand, einen Rückspiegel quasi, der mir zeigt, was "hinter" meinem Rücken geschieht. Das beruhigt.

Kinder haben Schutztiere bei sich, Löwen, Drachen, Elefanten und viele andere. Diese helfen ihnen durch schwierige Situationen und dann, wenn sie Angst haben.

Wir können uns Figuren ausdenken, die uns schützen. Solche Figuren sollen Kraft ausstrahlen und Entschlossenheit. Schutz gibt uns der Gegenstand dem wir den Auftrag geben, uns zu schützen. Im grunde genommen mobilisieren wir damit den Schutz, den wir uns selber geben können. Wir sind damit bereit, uns selber zu schützen. Sich schützen kann heissen, einmal Nein zu sagen. Nein, Du nicht, Nein, jetzt nicht, Nein, das nicht. Das ist Voraussetzung zum Ja, das aus ganzem Herzen kommt - zum Beruf, zu andern Menschen, zu allem, was Sie sich denken können.

Machen Sie sich dran - suchen Sie miteinander Schutztiere, Schutzzeichen. Tipp: bestimmen Sie Gegenstände, die Ihr Haus schützen könnten - einen Baum, eine grosse Tonschale mit Geranien, alte chinesische Fabelwesen aus dem Broki, selber erfundene und hergestellte Fabelwesen, ein Teich (früher der Burggraben), erfinden Sie miteinander einen Spruch, den Sie an Ihr Haus "pinnen" würden. Probieren Sie aus, was Ihnen das Gefühl gibt, im Haus geschützt zu sein.

Ich garantiere, das macht viel Spass, in der Familie, unter Freunden. Es bringt Sie dazu, genau wahrzunehmen, wann Sie die Türe offen halten wollen, wann sie zu bleiben muss - wann Sie das Telefon abnehmen - wann Sie es klingeln lassen - wann Sie Nein und wann Sie Ja sagen wollen .

"Wie Wohnen wirkt "
Beatrice Ruef                                                   19. August 2011